Grundschule Bad Mergentheim

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Vorbereitungklasse

Der Unterricht in den Vorbereitungsklassen der Grundschule Bad Mergentheim wird durch die im Folgenden aufgeführten Bedingung ich hohem Maße determiniert.

Der Aufbau/Unterricht unserer Vorbereitungsklasse strukturiert sich einerseits aus der inneren Organisation der Schule (Klassen 1 und 2 im Schulgebäude „Au“, sowie Klassen 3 und 4 im Schulgebäude „Stadtmitte“), andererseits aus dem unterschiedlichen Sprachstand der zu fördernden Schülerinnen und Schüler.

Eine besondere Herausforderung ergibt sich auch aus dem Alter der Kinder.

Da die jeweiligen Schülergruppen durchweg sehr heterogen aufgebaut sind, werden weitere binnendifferenzierende Maßnahmen notwendig. 

 

Herkunftsländer der Kinder in unseren VKL-Klassen sind zur Zeit:

Afghanistan, China, Eritrea, Griechenland, Irak, Iran, Kosovo, Kroatien, Libyen, Mazedonien, Pakistan, Polen, Rumänien, Serbien, Spanien, Syrien, Türkei.

 

Die Verweildauer in Deutschland ist (auch bedingt durch aktuelle politische Prozesse und Entscheidungen) sehr unterschiedlich. Sie reicht von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren.

 

An unserer Schule besuchen die Schüler der Vorbereitungsklassen in der Hauptsache den Unterricht ihrer Regelklasse (Klassen 1, 2, 3, 4). So bleibt der Kontakt zu den deutschsprachigen Kindern in der Klassengemeinschaft erhalten. Dadurch wird den Kinder das sogenannte „Sprachbad“ in umfassender Weise ermöglicht. Es profitieren dabei sowohl die Kinder unserer VKL-Klassen, als auch die Kinder der Regelklasse von gegenseitigem Geben und Nehmen im gemeinsamen Lernprozess. Im musisch-sportlichen Bereich nehmen die Kinder am Regelunterricht teil. Die Kinder der 1. Klasse erlernen gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern das Alphabet und nehmen am Lese- und Schreibunterricht teil. In diesem Rahmen hören die Kinder möglichst viel Deutsch und erhöhen damit ihren passiven Wortschatz, auch wenn sie noch nicht alles verstehen.

 

Zur weiteren Förderung ihrer Sprachfertigkeiten werden sie innerhalb der Vorbereitungsklasse in Kleingruppen unterrichtet, so dass sie in geschütztem Rahmen möglichst viel selbst sprechen und ihren Wortschatz erweitern. Dabei spielt das "Lernen mit allen Sinnen" eine maßgebliche Rolle (ganzheitliches Lernen).

 

Der jeweilige Sprachstand der Schülerinnen und Schüler wird zu Beginn, sofern dies möglich ist, durch individuelle und standardisierte Sprachstanderhebungstests ermittelt und überprüft.

 

Nach der Sprachstanderhebung werden die Kinder in verschiedene Lerngruppen von 3-7 Kindern eingeteilt, die sich nach der Jahrgangsstufe und dem jeweiligen Sprachstand ergeben.

 

In regelmäßigen Abständen werden zur Ermittlung des Lernfortschrittes der Kinder erneut Sprachstanderhebungstests durchgeführt. Neue Einteilungen der Lerngruppen sind ggf. die Folge davon.

 

Aus der gegebenen Organisationsform (2 Schulhäuser/Einteilung nach Altersstufen) ergeben sich innerhalb der Jahrgangsstufen weitere binnendifferenzierende  Maßnahmen/Gruppenbildungen.

 

 

Anfänger:

Hier werden Kinder unterrichtet, die erst kurze Zeit in Deutschland sind und keine oder sehr geringe Sprachkenntnisse aufweisen. Dies betrifft in erster Linie

Kinder der 1. Klasse. Da diese natürlich im Unterricht der Regelklasse die grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen, dient der Besuch der Vorbereitungsklasse in erster Linie der mündlichen Kommunikation und der Erweiterung des Wortschatzes, welches in der Regel in Themeneinheiten

geschieht. (Schule, Farben, Nahrung, Kleidung, Körperteile, Familie, Spiele etc.) Natürlich ist hier im Hinblick auf den Unterricht der Regelklasse ein

thematisch flexibles Vorgehen erforderlich.

Der zu erarbeitende "Stoff" lässt sich in etwa so formulieren:

- Erarbeitung und Aufbau eines Grundwortschatzes

- verstärktes Lesetraining

- Üben der Schreibfertigkeit (Druckschrift und anschließend Schreibschrift)

- einfache Satzmuster einüben

- Zahlen im aktuellen Zahlenraum benennen

- Grundrechenarten auch sprachlich erarbeiten und üben

- Übungen zum 1x1  etc.

 

Konstante des Anfängerunterrichtes an unserer Schule ist der tägliche Sprachkurs zu Beginn des Unterrichtstages.

 

 

Stufe 1:

 

Der Aufbau dieser Gruppe kann als sehr heterogen bezeichnet werden. Der aktive Sprachschatz ist recht gering, zum Teil können die Buchstaben und Wörter benannt und Sätze gelesen werden. Allerdings fehlt oft das Vermögen, dem gelesenen Wort oder Satz einen Inhalt zuzuordnen. Dadurch sind die Kinder teilweise nur zu einem

geringen Teil dazu in der Lage, dem Unterricht der Regelklasse zu folgen. In der mündlichen Kommunikation beschränkt sich die Satzbildung auf kurze Sätze, die oft nicht in korrekter Form gebildet werden. Das Finden der richtigen grammatikalischen Form bereitet große Schwierigkeiten. Das Leseverständnis ist wegen des geringen

Wortschatzes unterentwickelt.

 

Teilweise besuchen auch Kinder unsere Vorbereitungsklasse, die die deutsche Sprache sicher lesen und teilweise schreiben können, aber dem gesprochenen oder geschriebenen  Wort keine Bedeutung zuordnen können. Auch eine gegebene Lesefähigkeit in Kombination mit einer nur sehr unzureichend gegebenen  Fähigkeit mündlich zu kommunizieren ist möglich.

 

Kinder, die schon längere Zeit in Deutschland verweilen, sind oft in der Lage, sich zielgerichtet und einigermaßen sachangemessen an einer mündlichen Kommunikation zu beteiligen. Allerdings zeigt sich gleichzeitig die Notwendigkeit, (auch in den höheren Klassen) grundlegend eine Alphabetisierung durchzuführen (nach Möglichkeit im Einzelunterricht).

 

Schüler, die in ihren Kenntnissen schon fortgeschritten sind (dritte und vierte Klasse), beschäftigen sich auch mit sprachkundlichen Themen. (In  Anlehnung an die Themen der Regelklasse) Dazu gehören:

 

    - Namenwörter erkennen

    - den passenden Artikel bestimmen und zuordnen

    - Einzahl/Mehrzahl

    - zusammengesetzte Wörter bilden

    - Pronomen verwenden

    - Verben erkennen und in verschiedene Personalformen setzen

    - Adjektive erkennen

    - Steigerungsformen beherrschen

    - Satzarten erkennen und anwenden

    - Sätze erweitern etc.

 

Im Bereich der Mathematik zeigen sich oft die gleichen Strukturen.

Nach wie vor spielt das "Lernen mit allen Sinnen" und fächerübergreifendem Charakter eine wichtige Rolle. Die Gruppeneinteilung kann sich differenzierend verändern.

 

Stufe 2:

 

Hier werden Kinder unterrichtet, die schon länger in Deutschland sind, dadurch einen größeren Wortschatz besitzen und schon eigenständig, aber nicht fehlerfrei formulieren können. Auch Kinder, die zweisprachig aufwachsen, (Englisch/Deutsch) arbeiten in dieser Gruppe. Hier geht es vor allem darum, die Themenbereiche der Regelklasse nachzuarbeiten und zu festigen. Probleme bereiten oft der richtige Gebrauch der Artikel, der Präposition und der Verbformen.

Die Lesefertigkeit und das Leseverständnis werden weiter geschult.

Sachkundliche Themen werden eingeflochten. Der Wortschatz wird themengebunden ausgebaut. Wie bisher führt der Weg vom mündlichen Erzählen/Nacherzählen zur schriftlichen Form.

 

Hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Wochenstunden wird versucht, die Kinder in kurzen Intervallen zu unterrichten, was sich aber nicht immer realisieren lässt (weiterer Lehrauftrag, Krankheitsfälle).

 

Insgesamt reichen die zweimal 18 Stunden VKL-Unterricht, für die Förderung der großen Zahl an Kindern mit stark lückenhaftem Sprachvermögen an der Grundschule Bad Mergentheim kaum aus.

 

Aus diesem Grund wurde ein täglicher Sprachkurs für alle VKL-Kinder der ersten und zweiten Klassen in der ersten Stunde eines jeden Schulmorgens eingerichtet. Die Lerninhalte des Sprachkurses bauen einerseits stetig aufeinander auf, andererseits werden in diesen Stunden z.B. auch auf die Feste des Jahreskreises, sowie weitere jahreszeitliche Themen Bezug genommen. Auch aktuelle Themen des Schulalltages, Bundesjugendspiele, Theaterfahrten, Ausflüge, Lesenächte, Klassenfeste etc. werden in diesen Stunden den Kindern der VKL-Klasse insoweit nahegebracht und erklärt, dass sie mit diesen unbekannten Vorhaben trotz großer Sprachhindernisse gut zurecht kommen können.

 

Ergänzend bietet die Grundschule Bad Mergentheim in Kooperation mit der Stadtverwaltung eine tägliche Hausaufgabenbetreuung für Kinder mit Migrationshintergrund an.

 

Außerdem wird die Arbeit unserer VKL-Klassen durch Sprachförderdozentinnen der aim Heilbronn unterstützt und zusätzlich gefördert. Dies geschieht sowohl durch Teamteaching, als auch in zusätzlichen Förderstunden.

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